„Du hast mich ins Licht gestellt“ – eine wunderschöne Zusage! Ich denke dabei an den Ostermorgen, den ich seit mehreren Jahren im Kloster Gnadenthal bei Bad Camberg erlebe: wir versammeln uns frühmorgens in der Dunkelheit um das Osterfeuer, uralte Texte werden gelesen, Lieder gesungen. Die Osterkerze wird am Feuer entzündet. In einer großen Prozession gehen alle Teilnehmenden hinter der Osterkerze her, zum Ententeich beim Haus der Stille. Ein großer Kreis wird rund um den Teich gebildet. Dann erklingt der Oster Ruf: „Der Herr ist auferstanden!“ und alle Anwesenden antworten: „er ist wahrhaftig auferstanden!“. Alle haben zu Beginn kleine Osterkerzen erhalten, diese werden ausgehend vom Licht der Osterkerze nach und nach entzündet. Ein großer Lichterkreis bildet sich rund um den Teich. Das Licht spiegelt sich im Wasser. Es singen die Vögel im Morgengrauen und die Enten am Teich quaken.
Die Gemeinschaft rund um den Teich, die Lichter, die Lieder – das bedeutet für mich: „Du hast mich ins Licht gestellt“- das ist die Auferstehung, die wir gemeinsam feiern.
So können wir trotz aller Finsternis, die uns umgibt mit dem Licht im Herzen Ostern feiern und das Licht in unseren Alltag tragen.